„Lindenherz“. Eine Buchrezension

Obwohl ich viel lese, habe ich keinen Bücherblog, auf den ich auf Teufel komm raus Bücher rezensiere. Ich nehme mir immer vor, mehr auf LOVELYBOOKS aktiv zu sein, aber irgendwie reicht meine Zeit nie …

Ich habe beschlossen, das zu ändern.

Und beginne mit einem Zeitreiseroman, den ich gelesen habe:

„Lindenherz“ von Tala T. Alsted, die auch den Blog Wortlicht betreibt. Es ist ihr Debütroman.

Meine schusselige Wenigkeit hat natürlich vergessen, ein schönes Foto von dem Buch vor dem Lesen zu machen. Daher seht ihr hier das bereits gelesene Buch im Zustand nach „nächtlichem Durchlesen“.

Lindenherz Buch

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Liebe Tala, vielen lieben Dank für das Buch und die liebevoll gestalteten Lesezeichen und Karten.

Das Cover fand ich schon mal sehr ansprechend, da es eher schlicht und gleichzeitig geheimnisvoll ist. Dazu die passenden Lesezeichen mit einem kleinen Text sowie die Karte, die lediglich zwei Lindenblätter zieren … schön.

Das Buch hat mir … gefallen.

Und zwar so gut, dass ich bis tief in die Nacht gelesen habe, um zu erfahren, wie die Geschichte ausgeht. Und das kommt bei mir wirklich sehr selten vor.

Worum geht’s in Lindenherz?

Als Katharina im Haus ihrer Großmutter Edi sieht, dass das Zimmer neben ihrem einen Spalt offensteht, kann sie nicht widerstehen und geht hinein. Dieses Zimmer ist sonst immer verschlossen …

Sie entdeckt einen großen, alten Schrank, in dessen Mitte sich ein Spiegel befindet.

Neugierig, wie sie ist, geht sie näher heran und … hindurch. Sie landet im hohlen Stamm einer großen alten Linde in einem dunklen Wald. Und sie stellt fest: Es ist ein Durchgang, ein Tor in die Vergangenheit. Ins Mittelalter. Genauer gesagt, in das Jahr 1194. 824 Jahre vor ihrer Zeit.

Dort begegnet Katharina Johann, der ihr zu Hilfe eilt. Sie nimmt ihn mit ihre Zeit und (be)sucht ihn auch wieder im Jahr 1194, obwohl sie weiß, wie gefährlich dies ist. Sie vereinbaren ein Codewort für ihre Treffen, doch trotz ihrer starken gegenseitigen Anziehung wissen beide, dass ihre Beziehung keine Chance hat. Johann will auf einen Kreuzzug, was Katharina ihm vergeblich auszureden versucht. Es endet mit einem Zerwürfnis.

Sie sehen sich dann auch mehrere Jahre nicht mehr, bis Katharinas Großmutter Edi verschwunden ist. Sie ahnt, wo sie sich befinden könnte, denn Edi kennt ebenfalls das Geheimnis des Spiegels.

Katharina betritt erneut die Vergangenheit, um ihre Oma zu suchen.

Als edle Dame trifft sie Johann wieder. Einen sehr veränderten, abweisenden Johann, denn sie trotzdem um Hilfe bitten muss.

Die Suche nach Edi dauert Wochen, und es ist keinesfalls sicher, dass sie von Erfolgt gekrönt ist.

Unverhofft trifft Katharina auf ihre Freundin, die mit ihrem Freund ebenfalls durch den Spiegel gestiegen ist, um sie zu suchen und ihr zu helfen.

Das Mittelalter ist schmutzig, unhygienisch und gefährlich. Vor allem für Frauen. Die moderne, emanzipierte Katharina muss das am eigenen Leib erfahren. Gleichberechtigung? Denkt nicht mal dran.

Ich bin keine Historikerin und habe wenig Ahnung vom Alltag im Mittelalter. Aber genauso habe ich mir das Leben in dieser Zeit vorgestellt.

Das tägliche Leben, die Regeln und die ständigen Ängste mitsamt Aberglauben sind so beschrieben, dass ich mich lebhaft in die Zeit hineinversetzen konnte. Gut gefiel mir vor allem, dass es nicht wieder edle Burgfräulein und Ritter sind, sondern „normale“ Menschen.

Der starke Kontrast zwischen unserer Gegenwart mit all ihren Annehmlichkeiten und dem Mittelalter stellt sich ziemlich plastisch dar, und auch Katharinas Sehnsucht nach Dingen, die für uns alltäglich sind, fand ich sehr authentisch und überaus nachvollziehbar.

Zwischen Katharina und Johann knistert es ordentlich, auch wenn sie sich darüber im Klaren sind, dass Katharina zurück in ihre Zeit muss, wenn sie ihre Großmutter Edi gefunden haben. Sofern sie das gefährliche Abenteuer überhaupt überleben …

Natürlich werde ich euch das Ende nicht verraten. Es passieren einige unerwartete Dinge, und was Katharinas verstorbener Großvater hinterlassen hat, müsst ihr selbst lesen.

Etwas irritierend fand ich die Erwähnung der aktuellen Pandemie an zwei Stellen mit einem kurzen Satz und durch eine Mundschutzmaske. Durch die Erwähnung hätte sich die Protagonistin theoretisch in einigen Situationen anders verhalten müssen. Da die Pandemie jedoch wirklich nur als Randnotiz und ohne direkte Benennung erscheint, fällt das (für mich) nicht ins Gewicht.

Eine gelungene Mischung aus Spannung, Liebe, Verlust und Geschichte.

Mein Fazit: 5 Sterne

Ein toller Zeitreiseroman, der für mich persönlich sehr gelungen ist.

4 Gedanken zu „„Lindenherz“. Eine Buchrezension

  1. Danke liebe Martina für diese tolle, ausführliche Rezension! Ich freu mich riesig, auch für deine Begeisterung, die du meinem Buch gleich nach meinem ersten Blogpost entgegengebracht hast 🙂 Wie schön, dass es dir gefallen hat! Ich war so frei und hab deinen Blogpost bei mir auf der Website verlinkt.
    Ganz viele Grüße, Tala

    Gefällt mir

      1. Liebe Martina,
        als ich „Fortsetzung“ gelesen habe, hat mein Hirn gleich wieder angefangen, an einem möglichen Plot zu basteln 😉 Ich hab letztes Jahr sogar schon ein paar Seiten geschrieben, aber dann hab ich mich entschieden, erstmal ein anderes Buchprojekt zu beginnen. Da stecke ich jetzt mittendrin. Es geht 200 Jahre in die Zukunft… Wer weiß, vielleicht kehre ich danach nochmal 824 Jahre in die Vergangenheit zurück?
        Ich freu mich jedenfalls sehr über dein Lob!
        Viele Grüße, Tala

        Gefällt 1 Person

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