Dinge & Geheimnisse. Teil 2: Eine Rumpelkammer packt aus. abc-etüden

Ein Beitrag zu den abc-etüden von Christiane für die Wochen 17.18/20. Die Wörter stiftete Myriade mit ihrem Blog la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée. Sie lauten: Teppich/gläsern/flattern.

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Dinge und Geheimnisse. Teil 2: Eine Rumpelkammer packt aus.

„Skistiefel, halt die Klappe. Ich kann deine Aufreißergeschichten nicht mehr hören. Jedes Mal der gleiche Mist.“ Die Blumenampel rasselte lautstark mit den Metallketten, die heillos ineinander verknotet über ihren abgeplatzten Rand hingen.

Aus meinem tiefsten Inneren erklang zustimmendes Murren, während die neu Hinzugekommenen riefen: „Nein, erzähl mehr! Es ist hier sooooo langweilig!“

Ich unterdrückte ein Seufzen. In der letzten Zeit wurde mir wirklich sehr viel zugemutet. Kein Tag verging, ohne dass ein neues Ding in mir deponiert wurde.

Ja, ich bin eine Rumpelkammer, aber auch ich habe nur ein begrenztes Aufnahmevermögen.

Und wenn jetzt irgendjemand auch nur noch eine winzige Kleinigkeit in mich hineinstopft, dann würde ich … da! Die Tür geht schon wieder auf!

Der voluminöse Sitzsack bringt das Fass zum Überlaufen. Ein vielstimmiger Aufschrei durchdringt meinen Raum.

Dann passiert es. Die Dinge, die hier schon seit Langem ihr Dasein fristen, drängeln mit Gewalt nach vorne. Von allen Seiten stürzen sie sich auf den Sitzsack – und schubsen ihn hinaus.

Der Mensch außen versucht, die Tür zu schließen. Vergeblich. Er gibt auf und starrt erstaunt auf die Dinge, die in immer größeren Mengen aus mir herausquellen.

Der Skistiefel ist einer der ersten Dinge, die nach Jahren wieder Tageslicht sehen. Doch es kullert, scheppert, rumpelt und quietscht in allen Tonlagen in meinen Eingeweiden. Die Dinge haben es eilig, wollen hier weg.

Als sich das erste Chaos gelegt hat, bin ich fast leer. Ich atme tief durch und schaue mich um.

Schritte kommen näher. Meine Rumpelkammernerven beginnen zu flattern. Klick. Das Licht geht an.

Der seidige blaue Teppich steht in meiner dunkelsten Ecke. Unauffällig umhüllen seine Fransen einen gläsernen Behälter. Der Sarg für das Messer mit der fleckigroten Klinge … Nie hätte ich gedacht, dass es noch einmal zum Vorschein kommen würde.

Ein Zittern geht durch den Teppich. Die Schritte stoppen. „Ooohhhh ….“

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7 Kommentare

  1. Ein fleckigrotes Messer? Oh? Da wird doch nicht? … Na, ich bin mal gespannt. 😁👍
    Du hast den Reader verlinkt und nicht meine Seite direkt, deshalb hat es nicht gepingt, magst du das entweder ändern oder mir bei der Schreibeinladung bitte einen Kommentar zu dir hinterlassen?
    Liebe Grüße
    Christiane 😁☕🍪🌞👍

    Gefällt 1 Person

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